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Kerwa-Zeit im Coburger Land

Bereits seit dem Mittelalter werden Kerwas anlässlich der Einweihung einer Kirche gefeiert. Heutzutage ist die Kirchweih zu einem festen Bestandteil unseres Brauchtums im Coburger Land geworden.

Von den Pfarreien, Gemeinden, Gaststätten und Vereinen organisiert, finden in Stadt und Landkreis bis in den November hinein über 150 Festlichkeiten statt.

Bei Kirchweihgottesdiensten, Kirchweihmärkten und Musikveranstaltungen bietet der Kerwa-Besuch außerdem eine gute Gelegenheit, einige unserer zahlreichen Spezialitäten im geselligen Beisammensein zu genießen.

Kirchweihkalender 2016

Wer sich in diesem Jahr einen Überblick über mehr als 100 Termine rund um die Kerwa in Stadt und Landkreis verschaffen will, kann sich den Kirchweihkalender 2016 online ansehen oder auch herunterladen.

Alternativ sind die Kerwa-Termine im Veranstaltungskalender der Tourismusregion Coburg.Rennsteig zu finden – mit zum Teil detaillierten Veranstaltungshinweisen und Fotos.


Kirchweih im Wandel der Zeit

Die Kirchweih in ihrer ursprünglichen Form wurde bereits im Mittelalter begangen. Damals war der religiöse Kontext noch vordergründig anzutreffen.
So war die Kirchweih also ein rein kirchliches Fest, welches zur Gründung oder Einweihung einer neuen Kirche abgehalten wurde. Dieses war häufig auch als „Patroziniumfest“ bekannt und kehrte jährlich wieder.

Mit der Errichtung von immer mehr Kirchen und dem zunehmend ausschweifenden Umfang der Kirchweihen, wurden schließlich die Dorfkirchweihen einzelner Kirchen auf einen zentralen Termin verlegt. So wollte man es den passionierten Kirchweihgängern unmöglich machen, auf den Kirchweihen der Nachbargemeinden dem Alkohol zu frönen.

Durch die Festlegung eines zentralen Termins wurde der Begriff der „Allerweltskirchweih“ geprägt, welche bekanntlich immer am dritten Sonntag im Oktober abgehalten wird. Diese Terminänderung wurde jedoch nicht in allen Gebieten angenommen. So wird heute zwar der Großteil der Kirchweihen am dritten Oktoberwochenende gefeiert, jedoch gibt es auch Gemeinden, die bereits Mitte April oder aber erst Ende November „Kerwa feiern“.

War die Kirchweih früher ein Fest, welches voll und ganz der Kirche gewidmet war, so ist der christliche Kontext heute stark in den Hintergrund gedrängt worden.
Bereits im 18. Jahrhundert wurden Kirchweihen von der Kirche losgelöst, als Fest der Allgemeinheit verstanden und dementsprechend ausschweifend gefeiert.

Heute definiert sich die Kirchweih oftmals durch ein üppiges Essensangebot, Bier, sowie Trachten. Aber auch Buden, Fahrgeschäfte und natürlich die allabendlichen Feiern im Herzen der Dorfgemeinschaft sind heutzutage von keiner Kerwa mehr wegzudenken.

Kirchweihjugend in traditionellem Gewand

Kirchweih-Tage in Neuensorg

Die Neuensorger Kirchweih

Im November des Jahres 1961 fand die Einweihung der Neuensorger Kirche statt. Das Kirchweihfest wird jedoch bereits Anfang August gefeiert, da das Wetter im November meist zu unberechenbar ist und gar nicht erst bei der Planung der Aktivität mitspielen würde. So wurden die Festivitäten kurzerhand um gut ein Viertel Jahr nach vorne verlegt.

Da Neuensorg aus kirchlicher Sicht zur Muttergemeinde Michelau in Oberfranken (Landkreis Lichtenfels) gehört und die Kirchweih dort Anfang August stattfindet, wurde für die Neuensorger Kerwa der Einfachheit halber der Michelauer Kirchweihtermin übernommen.
Jedoch kann die Neuensorger Kerwa, wider Erwarten, nicht auf eine 1961 beginnende, jahrzehntelange Tradition zurück blicken.

Zwar wurde von einem kleinen Teil der Bewohner alljährlich zur Kirchweihzeit ein traditionelles Essen in der Dorfwirtschaft veranstaltet, jedoch war mit diesem Programmpunkt bereits das komplette Kirchweihprogramm ausgeschöpft.

Das kunterbunte Kirchweihtreiben des Ortes war viele Jahre eingeschlafen und kann erst seit wenigen Jahren bestaunt werden.

So hat sich die Neuensorger Kerwa in kurzer Zeit von einem einzelnen Merch-Essen in der Dorfwirtschaft zu einem 5-tägigen Fest gemausert. Das ist sicherlich der regen Beteiligung aller ortsansässigen Vereine zu verdanken.

Mit ihrer Hilfe wird von Donnerstag bis Dienstag ein umfassendes Programm geboten. Neben dem Merch- und Hasenkeulen-Essen findet auch ein Sommernachtsfest der örtlichen Feuerwehr statt, abgerundet wird die Kerwa schließlich mit einem Kirchweih-Fußballspiel und seit 2015 findet zusätzlich das Hähne-Wettkrähen statt

Das Neuensorger Hähne-Wettkrähen

Die Hähne der Gemeinde werden von den Kirchweih-Besuchern angefeuert und zum Krähen animiert
Foto: Nina Kutscher (2015)

Das in Neuensorg stattfindende Hähne-Wettkrähen ist ein ganz besonderer Veranstaltungspunkt der dortigen Kirchweih. Es kann zwar auf keine langjährige Tradition zurückblicken, fand es doch im Jahr 2015 zum ersten Mal statt, ist jedoch für kommende Jahre bereits als fester Bestandteil der Kerwa geplant.

Hierbei darf jeder Einwohner des Dorfes seinen Hahn in einem Käfig mitbringen. Diese Käfige werden dann nebeneinander aufgereiht und alle Anwesend dürfen auf einen Hahn wetten. Nun dürfen die Besitzer der Tiere ihre Plätze einnehmen und müssen versuchen, Ihren Hahn zum Krähen zu bringen. Jetzt ist Geduld sowie Glück gefragt. Gewinner ist, wessen Hahn innerhalb einer vorher festgelegten Zeitspanne am häufigsten kräht.


Weitere Kirchweihen des Coburger Landes

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